Diese Website wurde vom Teilprojekt B04 des Sonderforschungsbereichs Intervenierende Künste (SFB 1512) eingerichtet, das nach dem Interventionspotential von Memes und verwandten Remix-Praktiken im Netz fragt.
In der ersten Phase (2022-2026) stand dabei die Frage im Mittelpunkt, wie Memes in gesellschaftliche Aushandlungsprozesse eingreifen: Als affektive Medienpraxis sind sie an einer spezifischen Form der Kollektivbildung beteiligt (connectedness), die maßgeblich dazu beiträgt, alltägliche Erfahrungen und Gefühle ‚politikfähig‘ zu machen; Memes können deshalb als interventionistische Tools für Mikropolitiken des Alltäglichen gelten, die auch das aus der hegemonialen Ordnung des Sichtbaren Ausgeschlossene zum Gegenstand geteilter Aufmerksamkeit werden lassen. Gleichzeitig lässt sich eine infrastrukturell bedingte ‚Komplizenschaft‘ von Memes konstatieren, die immer noch zu wenig reflektiert wird: Oft umweht Memes, mit ihrer Ethik und Ästhetik des Selbstgemachten, der Nimbus subkultureller Subversion, obwohl sie de facto die Daten- und Aufmerksamkeitsökonomie des Plattformkapitalismus bedienen.
Die zweite Projektphase (2026–2029) verlagert deshalb den Fokus auf stärker reflexive Verfahren digitaler Aneignung und nimmt dafür nicht mehr nur Memes in den Blick: Im Zentrum stehen postdigitale Praktiken, die wie Memes mit der netzbasierten Verfügbarkeit audiovisuellen Materials arbeiten, dabei jedoch ihre eigene Infrastruktur als Dispositiv der Aneignung von Daten, Arbeit und Affekten problematisieren und auf eine Kritik des Plattformkapitalismus zielen. Unterprojekt 1 (Brigitte Weingart) richtet den Fokus auf Memes und memetische Praktiken, die sich mit den plattformkapitalistischen Bedingungen ihrer hybriden Agency auseinandersetzen. Unterprojekt 2 (Elena Meilicke) untersucht audiovisuelle Praktiken der Aneignung in und von Online-Kulturen, die teils im Kunstsystem, teils im Filmbereich angesiedelt sind.
José Amaro war 2022–2023 studentischer Mitarbeiter im Teilprojekt B04: Aneignen – Bearbeiten – Weiterverbreiten: Zum Interventionspotential von Internet-Memes am SFB 1512 Intervenierende Künste.
Elizabeth Hanisch ist seit 2025 studentische Mitarbeiterin im Teilprojekt B04: Aneignen – Bearbeiten – Weiterverbreiten: Zum Interventionspotential von Internet-Memes am SFB 1512 Intervenierende Künste. Seit Herbst 2024 studiert sie im Masterstudiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin. Zuvor absolvierte sie ein Bachelorstudium in Communication Studies und English Literature an der Concordia University in Montreal. Ihre Forschungsinteressen gelten Cuteness als ästhetisch-affektivem Phänomen im Kontext digitaler Identitätskonstruktionen sowie feministischen Perspektiven auf Pop- und Internetkulturen.
Evelyn Kliesch war 2024–2025 studentische Mitarbeiterin im Teilprojekt B04: Aneignen – Bearbeiten – Weiterverbreiten: Zum Interventionspotential von Internet-Memes am SFB 1512 Intervenierende Künste. Nach einem Studium der Freien Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg sowie der Universität für angewandte Kunst Wien absolvierte sie den Masterstudiengang der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin, wo sie u.a. zum kritischen Potenzial digitaler Selbstrepräsentation von Künstlerinnen auf Instagram geforscht hat.
Elena Meilicke ist Medien- und Kulturwissenschaftlerin und seit 2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin/PostDoc im TP B04: Aneignen – Bearbeiten – Weiterverbreiten: Memetische und medienkünstlerische Interventionen in Online-Kulturen am SFB 1512 Intervenierende Künste. Nach ihrer Promotion zu Paranoia als Medienpathologie („Paranoia und technisches Bild“, de Gruyter 2021) war sie 2020–2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin für Medientheorie an der Universität der Künste Berlin, wo sie u.a. zu populärkulturellen Resilienz-Inszenierungen geforscht hat. Weitere Schwerpunkte sind Medien und Gender, autosoziobiographisches Erzählen in Film, sowie Geschichte, Theorie und Praxis der Filmkritik.
Lisa Tracy Michalik ist Medienkulturwissenschaftlerin, Autorin und Mitgründerin und Herausgeberin des defrag zine für feministisch_utopische Gedankenexperimente. Ihre Masterarbeit verfasste sie zum Thema der Hauntologie im Werk afrodiasporischer Filmemacher*innen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihre Texte sind u.a. in Sisters and Souls 2 (Hg. Natasha A. Kelly, Orlanda Verlag), Parabolis Virtualis 3. Neue Queere Lyrik (Hg. Noah Anderson, Kevin Junk, Querverlag) oder im Missy Magazine zu finden. Von 2022–2024 hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich Intervenierende Künste (SFB 1512) an einem Projekt zu den Verhandlungen von race und Rassismus in Memes gearbeitet.
Florian Schlittgen war 2022–2026 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt B04 Aneignen – Bearbeiten – Weiterverbreiten: Zum Interventionspotential von Internet-Memes des Sonderforschungsbereichs 1512 Intervenierende Künste. Zuvor war er am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Universität Düsseldorf angestellt. Er promoviert zu Mikropolitiken digitaler Meme-Kulturen, insbesondere zu der Verschränkung zwischen Subjekt-, Wissens- und Denkordnungen mit medienkulturellen Affekt- und Gefühlsstrukturen.
Gwen Schlüter war 2025–2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt B04: Aneignen – Bearbeiten – Weiterverbreiten: Zum Interventionspotential von Internet-Memes am SFB 1512 Intervenierende Künste. Sie studierte Gender Studies und Erziehungswissenschaften (BA) an der Humboldt-Universität zu Berlin und Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation (MA) an der Universität der Künste Berlin. Ihre Forschungsinteressen sind an der Schnittstelle von feministischer Theorie, subversiver Kunst und der Beobachtung popkultureller Trends angesiedelt und erhalten Impulse durch ihre Mitarbeit an Projekten der Berliner Kulturszene wie dem Pop-Kultur Festival Berlin.
Helen Sibila ist studentische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Medientheorie von Prof. Dr. Brigitte Weingart an der Universität der Künste Berlin, wo sie derzeit den Masterstudiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation absolviert. Zuvor hat sie einen BA in Cognitive & Brain Sciences und Kunstgeschichte an der Tufts University erworben. Im Moment bereitet sie ihre Master-Arbeit zum Zusammenhang von Memes und Diagrammatik vor.
Brigitte Weingart ist Professorin für Medientheorie am Institut für Theorie und Praxis der Kommunikation an der Universität der Künste Berlin. Seit 2022 leitet sie das Teilprojekt B04: Aneignen – Bearbeiten – Weiterverbreiten: Zum Interventionspotential von Internet-Memes am SFB 1512 Intervenierende Künste, das in der zweiten Phase (2026–2029) mit dem Schwerpunkt Memetische und medienkünstlerische Interventionen in Online-Kulturen fortgesetzt wird. Zuvor war sie Professorin für Medienkulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (2019–2020) und an der Universität zu Köln (2014–2019) sowie u.a. Alexander von Humboldt-Fellow an der Columbia University in New York. Von 2013–2022 hat sie in der Redaktion der Zeitschrift für Medienwissenschaft (ZfM) mitgearbeitet. Arbeitsschwerpunkte: Medienpraktiken der Aneignung, Diskurs- und Mediengeschichte der Ansteckung, Genealogie und Medienästhetik der Faszination, Celebrity Cultures. Weitere Informationen und Publikationen: www.brigitte-weingart.de.